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Eintritt frei

Cairina moschata
Warzenente

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Cairina (Cairina)
Art: Warzenente (Cairina moschata)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: bewaldete Gebiete mit Flüssen oder Seen
Nahrung: Land- & Wasserpflanzen
Gewicht: ca. 3,5 bis 7 kg
Lebenserwartung: ca. 20 bis 30 Jahre

Aussehen: Charakteristische Merkmale sind das unbefiederte Gesicht und der starke Geschlechtsdimorphismus. Bei den größeren und schwereren Männchen (Erpel) ist die Stirnwarze zungenförmig, reicht bis zu den Nasenlöchern hinunter und ist nicht so breit wie der Schnabel. Weibliche Tiere (Enten) haben eine kleinere Stirnwarze in Form eines Siruptropfens.

Beide Geschlechter verfügen über große Augen, einen mittellangen und an der Spitze mit einem hakigen Nagel versehenen Schnabel. Erpel haben einen deutlich längeren Hals und längere Oberhalsfedern als Enten. Der Hals ist kräftig und leicht s-förmig gebogen. Der Rumpf ist langgestreckt, verfügt über eine glatte Unterlinie und wird von den Tieren waagerecht getragen. Der breite Rücken ist schwach gewölbt. Der Kopf verfügt über einen gewölbten Scheitel, eine flache Stirn und erscheint verhältnismäßig groß. Erpel besitzen zudem eine kurze, aufstellbare Federhaube.

Die Flügel sind lang, mit breiten Armschwingen. Der Schwanz präsentiert sich lang, breit und flach. Die Schenkel sind vom Gefieder verdeckt, die Läufe mittellang und starkknochig. An den Zehen sitzen spitze, gekrümmte Krallen. Das Gefieder ist straff und liegt, außer am Kopf und am oberen Hals, fest an. Anders als das einheitlich schwarze Gefieder mit farbigem Schimmer und den zum Teil weißen Flügeldecken bei wilden Moschusenten kommen bei domestizierten Warzenenten verschiedene Farbvarianten vor. Das Gefieder solcher Tiere umspannt sowohl helle als auch dunkle Töne. Neben einfarbigen Warzenenten existieren zudem auch gescheckte Individuen.

Fortpflanzung: Wilde Moschusenten können pro Jahr drei Gelege mit jeweils zwischen acht und 21 Eiern anlegen, die normalerweise in einer Baumhöhle abgelegt werden. Die Eier werden etwa 35 Tage lang bebrütet. Wie für Enten typisch sind Jungtiere (Küken) Nestflüchter, die unmittelbar nach dem Schlupf aus ihrer Bruthöhle und in unbekannte Tiefen springen.

Auch Warzenenten können mehrmals und bis zu vier Mal im Jahr brüten. Beide Eltern versorgen und verteidigen ihre Küken fürsorglich und verteidigen sie mit Nachdruck gegen Beutegreifer und andere Gefahren. Die Küken wachsen schnell heran und folgen ihrer Mutter bereits am ersten Tag zu Land und auf dem Wasser.

Besonderheiten: Das Gefieder des Erpels zeigt nicht die geschlechtstypische gebogene Schwanzlocke wie bei allen anderen Entenrassen. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei der domestizierten Warzenente ausgeprägter als bei der Wildform und bereits nach vier Monaten zu erkennen, wenn die Enten zwei und die Erpel bereits drei bis vier Kilogramm wiegen. Dieser Unterschied bleibt bis in das Erwachsenenalter bestehen, wenn die Enten ein Körpergewicht von fünf, die Erpel hingegen von bis zu sieben Kilogramm erreichen.

Sowohl männliche als auch weibliche Warzenenten quaken nicht, sondern greifen für die Kommunikation auf Zisch- und Gluckslaute zurück.

Herkunft & Verbreitung: Warzenenten repräsentieren die domestizierte Form der südamerikanischen Moschusente und damit auch die einzige nicht von der Stockente stammende Entenrasse.

Wilde Moschusenten wurden von den indigenen Völkern Südamerikas bereits seit Jahrhunderten gehalten, bevor die Tiere 1514 nach Europa und im 18. Jahrhundert nach Deutschland verbracht wurden. Ein einheitlicher Rassestandard wurde erst in den 1940er Jahren festgelegt. In der DDR wurden Warzenenten als Wirtschaftsrasse stark gefördert. Nach der Wende geriet die Rasse fast in Vergessenheit. Die Tiere werden heutzutage von Hobbyhaltern und zoologischen Einrichtungen weltweit gehalten.

Nutzen: Warzenenten sind Wirtschaftsenten, die auf Lege- und Fleischleistung gezüchtet wurden. Aufgrund ihrer Farbenpracht werden Warzenenten nicht nur zu wirtschaftlichen Zwecken, sondern auch zur Zierde gehalten.

Neben der domestizierten Moschusente werden auch Kreuzungen mit der Pekingente angeboten, die aufgrund ihrer Unfruchtbarkeit wirtschaftlich nur als Masttiere verwendet werden.

Lebensweise: Wilde Moschusenten bewohnen bewaldete Gebiete mit Seen oder Flüssen, wo sie sich vorrangig von Pflanzen ernähren, die sie an Land oder gründelnd im Flachwasser aufnehmen. Auch tierisches Material wird nicht verschmäht. Moschusenten fressen vor allem nachts sowie in den frühen Abend- und Morgenstunden. Warzenenten teilen einen Großteil dieser Verhaltensweisen. 

Obwohl Warzenenten ein beachtliches Gewicht erreichen, fliegen sie gut und gern. Vor allem die etwas leichteren Enten sind viel unterwegs. Dennoch entfernen sie sich nur selten weit von ihrem angestammten Gebiet und kehren meistens abends in dieses zurück. Junge Individuen fliegen am häufigsten. Diese Flugbegeisterung lässt mit zunehmendem Alter jedoch nach. Der weiße Farbschlag gilt am bodenständigsten. Andere Farbschläge zeigen sich aktiver.