Branta sandvicensis
Hawaiigans
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Meergänse (Branta)
Art: Hawaiigans (Branta sandvicensis)
Gefährdung: Die Hawaiigans gilt weltweit die seltenste Gänseart. Bis 1950 wurde ihre Anzahl auf dreißig freilebende Exemplare dezimiert. Durch Aufzucht in Gefangenschaft und Wiederaussetzen der Vögel konnte ein Aussterben verhindert werden. Heute werden die Tiere mit mehreren tausend Individuen nur noch als potentiell gefährdet geführt.
Lebensraum: Strauchland, Grasland & anthropogene Flächen hawaiianischer Inseln
Nahrung: Gräser, Blüten, Beeren & Sämereien
Größe: ca. 41 cm
Gewicht: ca. 1,8 bis 2,7 kg
Lebenserwartung: 25 bis 30 Jahre
Aussehen: Hawaiigänse verfügen über einen langen Hals und einen robusten Körperbau. Ihre Gefiederfarbe variiert zwischen verschiedenen Brauntönen mit helleren Unterseiten. Besonders auffällig sind die charakteristischen Halsfedern, die eine gefurchte Struktur aufweisen. Der Schnabel ist relativ kurz und kräftig und unterstützt die Tiere bei der effizienten Nahrungssuche im Grasland. Die Beine sind stark gebaut und ermöglichen eine gute Mobilität auf dem Land und im Wasser. Beide Geschlechter haben kurze, schwarze Beine und Füße mit Schwimmhäuten. Männchen sind in der Regel etwas größer als die Weibchen. Im Jugendkleid ähneln die noch nicht ausgewachsenen Hawaiigänse den Altvögeln bereits sehr. Lediglich die Halsfärbung weist eine graue statt später lehmgelbe Rillung auf.
Fortpflanzung: Männchen und Weibchen paaren sich auf Lebenszeit. Die Brutzeit geht von November bis April. Während dieser Zeit zeigen Männchen ein auffälliges Balzverhalten, das durch spezielle Lautäußerungen ergänzt wird. Gänse ihr mit Daunen ausgekleidetes Nest am Erdboden, in welches ein Weibchen zwischen vier und sieben Eier legt, die etwa einen Monat lang bebrütet werden. Die Jungtiere sind Nestflüchter und folgen ihrer Mutter bereits nach wenigen Stunden.
Besonderheiten: Als Anpassung an den Untergrund aus erkalteter Lava, sowie die fast vollständige Abwesenheit von stehenden Gewässern in ihrem Lebensraum, sind die Schwimmhäute zwischen den kräftigen Zehen deutlich reduziert. Durch den teilweise hohen Wassergehalt ihrer Nahrung, der durch die starken Niederschläge ihrer natürlichen Lebensräume bedingt sind, benötigen Hawaiigänse in der Regel keine zusätzliche Wasserzufuhr.
Im Verlauf der etwa fünfwöchigen Mauser verlieren junge Hawaiigänse vorübergehend ihre Fähigkeit zum Flug, was sie gegenüber Fressfeinden in Gefahr bringt.
Herkunft & Verbreitung: In freier Wildbahn werden Hawaiigänse häufig in Küstennähe oder in Gebieten mit geringer Vegetation gefunden, wo sie nach Nahrung suchen können. Ursprünglich war Hawaiigänse auf allen größeren Inseln verbreitet. Heute ist ihre Populationen auf einige wenige Inseln beschränkt.
Nutzung: Früher wurden Hawaiigänse gezielt bejagt, was zu einer dramatischen Dezimierung ihrer Populationen geführt hat. Die Art wurde daraufhin vor allem für Zuchtprogramme und Wiederansiedlungsprojekte gehalten. Hawaiigänse werden nicht kommerziell genutzt. Ihre Haltung beschränkt sich vornehmlich auf zoologische Einrichtungen und Privathalter.
Lebensweise: Das Verhalten von Hawaiigänsen ist stark von ihrer Umgebung geprägt. Es sind soziale Vögel, die oft in kleinen Gruppen oder Paaren anzutreffen sind. Reviere und Weibchen werden während der Paarungszeit aggressiv gegen Eindringlinge verteidigt. Die Nahrungsaufnahme erfolgt meist durch Grasen in niedrigem Bewuchs. Diese Ernährungsweise ist entscheidend für ihre Überlebensfähigkeit in den unterschiedlichen Lebensräumen der Hawaiianischen Inseln.