Cavia magna
Sumpfmeerschweinchen
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Familie: Meerschweinchen (Caviidae)
Gattung: Echte Meerschweinchen (Cavia)
Art: Sumpfmeerschweinchen (Cavia magna)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: vegetationsreiche Feuchtgebiete und im Sumpfland nahe der brasilianischen Küste
Nahrung: Gräsern & Wasserpflanzen
Größe: ca. 22 bis 34 cm
Gewicht: 440 bis 840 g'
Lebenserwartung: ca. 10 Jahre
Aussehen: Das Fell von Sumpfmeerschweinchen ist agouti mit dunklen Streifen über den Rücken, die am Kopf und auf der Rückenmitte am stärksten ausgeprägt sind. Die Bauchseite ist rotbraun. Zwischen den Zehen besitzen die Tiere Membranen zur Vergrößerung der Auftrittsfläche im morastigen Gelände.
Fortpflanzung: Sumpfmeerschweinchen sind strikte Einzelgänger und bilden keine festen Paare. Ihr Geschlechtsverhalten ist promiskuitiv. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend saisonal. Weibchen sind etwa mit etwa 30 bis 45 Tagen geschlechtsreif und können pro Jahr bis zu drei Würfe austragen.
Die Hauptgeburtszeit beginnt Ende September und zieht sich witterungsabhängig bis in den Mai des Folgejahres. Die Tragzeit beträgt etwa 64 Tage. Die Jungtiere sind bei der Geburt bereits sehr weit entwickelt und kommen, wie bei anderen Arten der selben Gattung, mit offenen Augen und vollständig Behaarung zur Welt. Jungtiere sind innerhalb nur weniger Stunden nach der Geburt mobil und nehmen bereits in den ersten Lebenstagen feste Nahrung zu sich.
Besonderheiten: Sumpfmeerschweinchen sind die einzige bekannte Art der Gattung Cavia mit variierender Chromosomenzahl. Der Karyotyp dieser Tiere veränderte sich durch chromosomale Inversionen bzw. durch Veränderungen des Heterochromatingehalts und Robertson-Translokationen soweit, dass zwei Chromosomen weniger vorhanden sein können.
Herkunft & Verbreitung: Die Typlokalität der Art ist das Umland der Küstenstadt Tramandaí im Bundesstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens. Weitere Nachweise stammen aus den brasilianischen Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina sowie im benachbarten Departamento Rocha in Uruguay.
Nutzung: Sumpfmeerschweinchen werden nicht kommerziell genutzt. Ihre Haltung beschränkt sich größtenteils auf zoologische Einrichtungen, wenige Privathalter und forschende Institutionen.
Alle heute in Zoos und Privathand lebenden Individuen gehen auf einen Import der Universität Bielefeld zurück, welcher für Laboruntersuchungen über die Fortpflanzung in Verbindung mit einer Feldstudie in Uruguay durchgeführt wurde.
Lebensweise: Sumpfmeerschweinen können komplexe Gangsysteme in der Vegetation bilden und sind vermutlich vorrangig während des Tages aktiv. Beide Geschlechter bilden Territorien. Die der Männchen umfassen fast 12.000 m², die der Weibchen nur etwa 7.600 m². Obwohl sich die Territorien benachbarter Tiere überlappen, gibt es keine Hinweise auf Territorialverhalten zwischen betreffenden Tieren.