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Cervus nippon
Nippon Sikahirsch

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Nippon Sikahirsch (Cervus nippon)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: Wälder mit dichtem Unterholz sowie offene Gebiete
Nahrung: Gräser, Kräuter, Knospen, Wurzeln, Rinde & Baumfrüchte
Größe: ca. 70 bis 110 cm
Gewicht: ca. 30 bis 90 kg
Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre

Aussehen: Das Sommerkleid von Sikahirschen ist rotbraun und weist zahlreiche weiße Flecken auf, die in sieben bis acht Längsreihen angeordnet sind. Im Winter verblassen diese Flecken und sind manchmal kaum auszumachen, während sie im Sommer in einem deutlichen Kontrast zur übrigen Fellfarbe stehen. Im Winter bildet sich bei beiden Geschlechtern eine dichte Halsmähne. Der Kopf ist etwas heller als die Mähne und der übrige Körper. Sikahirsche tragen ihr Sommerkleid gewöhnlich ab Ende Mai, das Winterkleid ab September.

Die Hinterseite der Oberschenkel unterscheidet sich deutlich von der übrigen Fellfarbe. Dieser sogenannte Spiegel ist weißlich und von dunkleren Haaren umrahmt. Auch das Schwanzende ist weiß. In der Mitte verläuft ein dunkler Strich.

Fortpflanzung: Ausgewachsene Männchen (Böcke) sind für die meiste Zeit des Jahres Einzelgänger, während Weibchen (Kühe) und Jungtiere (Kälber) sich zu Verbänden von zwei bis zehn (selten 50) Tieren zusammenfinden. Im Frühherbst werden die Böcke territorial und beginnen, einen Harem von durchschnittlich zwölf Kühen um sich zu sammeln. Fremde Böcke werden unter zum Teil heftigen Kämpfen aus dem Revier vertrieben. Während der Brunft scharren die Männchen große Kuhlen, in welche sie urinieren und sich anschließend darin suhlen.

Hirschkühe bringen nach einer Tragzeit von siebeneinhalb bis acht Monaten in der Regel ein einzelnes Kalb auf die Welt.

Besonderheiten: Bei Sikahirsch spielen vor allem Geruchs- und der Gehörsinn eine wichtige Rolle. Mit über zehn verschiedenen Lautäußerungen sind Nippon Sikahirsche deutlich kommunikativer als die meisten anderen Hirscharten. Zu den prominenteren Lauten gehört das weiche Pfeifen der Kühe sowie ein Blöken der Kälber. Während der Brunftzeit lassen die Böcke ein lautes Pfeifen ertönen, das mit einem deutlichen Brummen endet.

Wie bei Hirschen üblich, legen die Böcke jedes Jahr ein neues Geweih auf, welches mit zunehmendem Alter der Tiere größer wird. Nach der Brunftzeit benötigen die Böcke ihr Geweih nicht mehr und werfen es ab.

Herkunft & Verbreitung: Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Sikahirschen umfasst den Ostteil der Volksrepublik China, Südost-Sibirien, Korea, Japan, Taiwan und den äußersten Norden Vietnams. Durch menschliches Zutun sind Sikahirsche in zahlreichen Gegenden der Welt eingeführt worden, so in Europa, Marokko, der Nordmongolei bei Süchbaatar, Neuengland, Texas, Australien, Madagaskar und Neuseeland. In Deutschland wurden Sikahirsche 1893 als Parkwild eingeführt. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich aus entflohenen und ausgesetzten Tieren in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wildlebende Populationen entwickelt. Dieses Vorkommen hat sich zwischenzeitlich auch in die Schweiz ausgedehnt, wo die Tiere Gebiete der Kantonen Schaffhausen und Zürich besiedeln.

Nutzung: Sikahirsche wurden als attraktives Jagdwild in verschiedenen Regionen der Welt und vornehmlich dort eingeführt, wo sich Rothirsche abwesend zeigen.

Auf Neuseeland hat es mehrere Versuche gegeben, Sikahirsche nutztierartig zu halten. Jedoch bestand keine dieser Herden über längere Zeit, da Sikahirsche im Vergleich zum Rothirsch krankheitsanfälliger und in Gattern schwieriger zu handhaben sind. Aufgrund einer im Vergleich zum Rothirsch geringeren Fleischausbeute bei gleichen Kosten spielen Sikahirsche in Wildfleischproduktion eine untergeordnete Rolle.

Lebensweise: Sikahirsche sind sehr anpassungsfähig. Sie präfieren Wälder mit einem dichten Unterwuchs, kommen aber auch in Feuchtgebieten vor. Sie sind gute Schwimmer, die sich bei Bedrohung ins Wasser flüchten.

Sikahirsche sind überwiegend nachtaktiv. In Regionen, in denen sie weitgehend ungestört sind, sind sie noch in den Morgenstunden auf den Äsflächen zu beobachten und kehren auf diese erneut in den späten Nachmittagsstunden zurück. Gefressen werden Knospen und Triebe, Blätter, Beeren, Früchte und Eicheln. In Feuchtgebieten werden auch Schilf, Binsen und Wasserpflanzen gefressen. In den Regionen, in denen ihr Verbreitungsgebiet sich bis zur Küstenlinie ausdehnt, fressen sie auch angespülten Seetang.

Da sie auch in Wäldern und auf landwirtschaftlichen Anbauflächen äsen, können große Herden erhebliche Schäden anrichten.