Darcelo novaeguineae
Lachender Hans
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Gattung: Jägerlieste (Dacelo)
Art: Lachender Hans (Dacelo novaeguineae)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: unspezifisches Vorkommen
Nahrung: Insekten, Vögel, Reptilien, Krabben, Muscheln & Fische
Größe: 40 bis 47 cm
Gewicht: 360 - 490 g
Lebenserwartung: 20 - 25 Jahre
Aussehen: Lachende Hänse verfügen über einen kräftigen Schnabel, einen im Verhältnis zum Körper großen Kopf, einen gedrungenen Körperbau und kurze Beine mit kleinen, aber scharfen Krallen. Über den braunen Augen liegt ein deutlicher brauner Überaugenstreif, der sie gegen das Sonnenlicht schützt. Ihre Flügel und der Schwanz sind relativ kurz. Auf der Unterseite, zwischen den Flügeln und dem Kopf ist das Gefieder weiß bis elfenbeinfarben. Die Oberseite und die Flügel sind dunkelbraun bis braun. Auf dem Kopf bildet das Gefieder eine braune Krone.
Männchen sind an schimmernden blauen Flecken auf der Flügeloberseite zu erkennen. Bei Weibchen sind diese Flecken weiß. Die Schnabeloberseite ist schwarz, die Unterseite braunweiß.
Fortpflanzung: Lachende Hänse sind einzeln, paarweise oder in kleinen Familienverbänden anzutreffen. Paare sind meistens monogam und bleiben oft ein Leben lang zusammen. Das Brutpaar wird nicht selten von bis zu einem halben Dutzend Nachkommen aus den Vorjahren begleitet, die bei der Revierverteidigung und bei der Jungenaufzucht helfen.
Das Männchen wirbt mit erbeuteter Nahrung um das Weibchen und füttert seine Partnerin. Das Nest wird vom Männchen gebaut. Als Brutplatz werden Baumhöhlen, hohle Baumstümpfe, verlassene Höhlenbauten und verlassene Termitenhügel genutzt. Das Gelege umfasst zwei bis maximal vier Eier, die von beiden Elternvögeln abwechselnd bebrütet werden.
Da zwischen der Eiablage mehrere Tage liegen, schlüpfen die nackten und blinden Nestlinge nach jeweils 24 bis 26 Tagen meist nicht gleichzeitig. Beide Eltern beteiligen sich an der Brutpflege und der Nahrungsbeschaffung. Bei Gefahr verteidigen die Eltern ihre Jungen mit ihren kräftigen Schnäbeln. Aggressionen unter den Geschwistern werden zugelassen, selbst wenn diese tödlich verlaufen.
Der Lachende Hans ist der größte Vertreter der Eisvögel und der einzige, bei dem ein obligater Geschwistermord beobachtet wird. Ein Nesthäkchen stirbt häufiger dadurch, dass es durch seine Geschwister von der Nahrung ferngehalten oder direkt getötet wird, als dass es Feinden zum Opfer fällt.
Überlebende Küken verlassen nach vier bis fünf Wochen vollständig befiedert das Nest. Ein Daunenkleid legen die Jungvögel nicht an, da sie es in den warmen Höhlen nicht benötigen. Flügge gewordene Jungtiere werden noch sechs bis zehn Wochen von der Familiengruppe gefüttert. Einige Jungtiere bleiben bis zu vier Jahre bei den Eltern und helfen ihnen als Bruthelfer bei den folgenden Bruten. Dabei erlernen sie das Brutgeschäft und verbessern die Überlebenschancen ihrer jüngeren Geschwister.
Besonderheiten: Der Lachende Hans, auch als Jägerliest oder Kookaburra bekannt, ist der größte Vertreter in der Familie der Eisvögel. Als Markenzeichen dient ihre, an ein lautes Gelächter erinnernde, Stimme, die zu Reviermarkierung und als Balzruf eingesetzt wird. Ihr regelmäßiges Gelächter am frühen Morgen und in den späten Abendstunden brachte ihnen auch den Namen „Buschmanns-Uhr“ ein. Sie fangen mit einem leisen Ruf an, der in ein lautes, hysterisch erscheinendes Lachen ausläuft. Fängt ein Jägerliest mit hochgestrecktem Körper und steil aufgerichtetem Schwanz damit an, so wartet er nach seinem Ruf darauf, dass andere Jägerlieste in seiner Nachbarschaft darauf antworten. Der markante Ruf wird oft in einem Chor vorgetragen. Darüber hinaus verfügt er noch über fünf zusätzliche Ruflaute.
Herkunft & Verbreitung: Das Hauptverbreitungsgebiet von Kookaburras liegt im Osten und Südosten von Australiens. Darüber hinaus wurden die Vögel auch in Westaustralien, Tasmanien und Neuseeland eingeführt.
Nutzung: In Australien sind die Jägerlieste besonders beliebt, weil sie Mäuse, Ratten und giftige Schlangen vertilgen.
Lebensweise: Die Tiere sind an keinen spezifischen Lebensraum gebunden, besetzen aber ganzjährig das gleiche Territorium, das sich häufig in Gewässernähe befindet. Neben trockenen Eukalyptuswäldern und baumreichen Gebieten bewohnen sie häufig auch Parks und Gärten.