Macropus rufogriseus
Bennett Känguru
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Wallabys (Notamacropus)
Art: Bennett Känguru (Notamacropus rufogriseus)
Gefährdung: nicht gefährdet
Größe: Körperlänge 90 - 100 cm, Schwanzlänge 70 - 75 cm
Gewicht: 15 - 20kg
Lebenserwartung: 12 - 15 Jahre
Lebensraum: Wald, Busch und Savanne, Eukalyptuswälder & angrenzende offene Graslandschaften
Nahrung: Gräser, Kräuter, Wurzeln & Schößlinge
Aussehen: Männliche Bennett Kängurus werden deutlich größer als die Weibliche Tiere. Abgesehen vom namensgebenden Bezug auf das rötliche Fell im Nacken- und Schulterbereich ist ihr Körper überwiegend graubraun gefärbt. Wie bei den meisten Känguruarten sind die Hinterbeine deutlich länger und kräftiger als die Vorderbeine, der Schwanz ist lang und muskulös. Wie bei allen Kängurus ist der Kopf des Bennett Kängurus relativ klein und die Ohren vergleichsweise lang. An der Oberlippe erstreckt sich ein weißer Streifen. Die Schnauze ist dunkelbraun gefärbt.
Fortpflanzung: Nur Weibchen besitzen einen Beutel, in dem die Jungtiere heranwachsen. Mit weniger als einem Gramm und der Größe einer Kaffeebohne kommen Kängurus nach nur 30-40 Tagen Tragzeit zur Welt. Nackt und blind bahnen sie sich mit Schwimmbewegungen einen Weg durch das Fell ihrer Mutter und finden alleine den Weg in ihren Beutel der Mutter. Um das Jungtier vor dem Austrocknen zu schützen, wird es hierbei von der Mutter durch Lecken feucht gehalten. Im Beutel saugen sich Jungtiere an einer Zitze fest, die sofort anschwillt und den gesamten Mundraum des Jungtieres ausfüllt. Auf diese Weise wird das Jungtier für ein bis zwei Monate fixiert ehe die Kiefer soweit beweglich sind, dass es wieder loslassen kann. In den kommenden Monaten unternimmt das Jungtier bereits Ausflüge, kehrt aber immer wieder in den Beutel zurück. Mit 9 Monaten wird es dann schließlich für immer aus dem Beutel verbannt, da sich dann meist bereits der nächste Nachwuchs darin aufhält. Als sogenanntes „Laufjunges“ steckt es jedoch für einige weitere Monate den Kopf in den Beutel, um zu trinken. Vom Muttertier entwöhnt sind Bennett Kängurus nach etwa 12-15 Monaten. Weibchen werden bereits wenige Stunden nach der Geburt erneut gedeckt, woraufhin es zu einer Keimruhe kommt, bis das ältere Jungtier den Beutel verlassen hat. Männliche Jungtiere sind mit ca. 19 Monaten geschlechtsreif, Weibchen bereits mit 14 Monaten.
Besonderheiten: Kängurus sind mit ca. 70 verschiedenen Arten zahlreich vertreten und in Größenordnungen zwischen 28 cm (Moschusrattenkänguru) und 165 cm Körperlänge (Rotes Riesenkänguru) anzutreffen. Bennett Kängurus zählen zu den mittelgroßen Kängurus. Sie sind sehr robust und kommen mit den europäischen Wintern gut zurecht. Es gibt sogar eine wildlebende Population in Mecklenburg-Vorpommern.
An heißen Tagen lecken Kängurus an ihren Unterarmen. Durch den verdunstenden Speichel kühlt das Blut in den Gefäßen unter der Haut ab und verschafft dem ganzen Körper Abkühlung.
Das Hüpfen ist eine äußerst effiziente Fortbewegungsart, in der nur sehr wenig zusätzliche Energie aufgewendet werden muss. Die kräftige Beinmuskulatur und lange Unterschenkel kommen unterstützend hinzu. Bei einer schnellen Fortbewegung von über 30 km/h wird der Schwanz hauptsächlich zum Balancehalten verwendet. Hoppelt das Känguru allerdings langsam dahin, dann tut es das im „Fünffüßer- Gang“. Der Schwanz wird hierbei als 5. Fuß zur Unterstützung der Vorderbeine herangezogen, während die Hinterbeine nach vorne schwingen.
Herkunft & Verbreitung: Ost- und Süd-Australien, Tasmanien
Nutzung: Auf Tasmanien wird die Art kommerziell bejagt. Gebietsweise werden die Bestände auch im Interesse der Landwirtschaft reduziert.
Lebensweise: Bennett Kängurus treten einzeln oder in kleineren Gruppen auf; ihre Streifgebiete sind verhältnismäßig klein. Grundsätzlich besiedeln sie das Unterholz von Feucht- und Trockenwäldern gemäßigter Zonen. Zusätzlich kommen auch in Heiden und auf Agrarland vor.