Alectoris rufa
Rothuhn
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Steinhühner (Alectoris)
Art: Rothuhn (Alectoris rufa)
Gefährdung: Weltweit potenziell gefährdet (Near Threatened) laut IUCN. Zu den wichtigsten Bedrohungen zählen intensive Landwirtschaft, der Verlust strukturreicher Lebensräume und eine nicht nachhaltige Bejagung.
Lebensraum: Offene, meist trockene Landschaften in Südwesteuropa, insbesondere auf der Iberischen Halbinsel sowie in Frankreich und Teilen Italiens. Es bewohnt unter anderem buschreiche Hänge, Wiesen, Feldränder und extensiv bewirtschaftete Agrarlandschaften.
Nahrung: Überwiegend pflanzlich: Samen, Blätter, Wurzeln und junge Pflanzenteile. Ergänzend werden Insekten und andere kleine Wirbellose aufgenommen, auch von den Küken.
Größe: Etwa 32–38 cm Körperlänge, bei einer Flügelspannweite von ungefähr 47–50 cm.
Gewicht: Etwa 390–550 g; Männchen sind meist etwas schwerer als Weibchen.
Lebenserwartung: Mehrere Jahre. Die wissenschaftliche Datenbank AnAge dokumentiert ein erreichtes Alter von 6,2 Jahren in menschlicher Obhut; dies ist kein Wert für die durchschnittliche Lebenserwartung.
Rothühner – ein eingespieltes Paar in unserer Europavoliere
Unser Rothuhn-Pärchen gehört zu den Bewohnern unserer Europavoliere. Die beiden haben sich bei uns als sehr treue Partner erwiesen und dulden keine weiteren Rothühner neben sich. Diese enge Bindung macht unser Paar besonders interessant zu beobachten.
Mit ihren roten Beinen und dem roten Schnabel machen Rothühner ihrem Namen alle Ehre. Auffällig sind außerdem die weiße Kehle mit ihrer schwarzen Einfassung und die kontrastreich gestreiften Flanken.
Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Südwesteuropa, insbesondere in Spanien, Portugal und Frankreich. Dort bewohnen sie unter anderem trockene, offene Landschaften mit einzelnen Büschen, Hänge und landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Rothühner haben auch eine historische Verbindung zu unserer Region: In einem mittelalterlichen Lehensverzeichnis der Pfalzgrafen bei Rhein ist Kurfürst Friedrich I. zusammen mit einem Fasan und einem Rothuhn dargestellt. Es wird vermutet, dass die abgebildeten Vögel aus der Umgebung von Heidelberg oder aus der Oberrheinebene stammten. Bereits eine Straßburger Marktordnung von 1381 nennt das Rothuhn als angebotenes Wildbret. Damit reichen die historischen Spuren dieser Vogelart am Oberrhein bis ins Mittelalter zurück.
Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Samen und andere Pflanzenteile, darunter Wurzeln. Ergänzend nehmen sie Insekten und andere kleine Wirbellose auf. Für die heranwachsenden Küken spielt tierische Nahrung eine besonders wichtige Rolle.
Wusstet ihr schon?
Rothühner bauen ihr Nest am Boden. Eine flache Mulde, ausgepolstert mit etwas Pflanzenmaterial, dient als Kinderstube für den Nachwuchs.