Antilope cervicapra
Hirschziegenantilope
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Antilope (Antilope)
Art: Hirschziegen-Antilope (Antilope cervicapra)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: offene Steppengebiete & offene Wälder Indiens
Nahrung: Gräser & Käuter
Größe: 60 cm bis 80 cm
Gewicht: 30 kg bis 45 kg
Lebenserwartung: 15 bis 20 Jahre
Aussehen: Hirschziegenantilopen sind etwas größer als ein Reh. Ihre Gestalt ist gazellentypisch. Nur die Männchen tragen Hörner. Diese sind schraubenartig gewunden, schräg nach hinten gerichtet und etwa 50 cm – 70 cm lang. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern weiß, ebenso die Innenseiten der Beine und die Umgebung der Augen. Weibchen und Jungtiere haben ansonsten eine hellbraune Farbe während sich ausgewachsene Männchen hingegen glänzend schwarz präsentieren. Der Kontrast zwischen Ober- und Unterseite ist bei ihnen deshalb besonders hervorstechend. Die Färbung entwickelt sich in den ersten Lebensjahren, in denen sie allmählich immer dunkler wird.
Fortpflanzung: Das Liebesspiel der Hirschziegenantilopen gleicht einem Tanz, bei dem das Männchen (Bock) auf einer Stelle trippelt dann einen Vorderlauf im weiten Ausfallschritt nach vorn aufsetzt. Nach einer Tragzeit von etwa sechs Monaten bringt das Weibchen (Kuh) ein einzelnes Jungtier zur Welt. Mit zwei Jahren sind Hirschziegenantilopen geschlechtsreif. Allerdings sind die Böcke erst mit etwa sechs Jahren stark genug eigene Reviere zu verteidigen und damit das Recht auf Paarung zu beanspruchen.
Besonderheiten: Hirschziegenantilopen decken ihren Wasserbedarf vor allem über die Nahrung. Zudem verfügen sie über einen starken Geschlechtsdimorphismus in dem nur das ranghöchste Männchen einen schwarzen Rücken ausbildet. Als Fluchttier können Hirschziegenantilopen bis zu 80 km /h schnell laufen und sind damit schneller als die meisten Raubtiere ihrer Heimat.
Herkunft & Verbreitung: Die Tiere sind hauptsächlich in Indien beheimatet. Kleine Populationen leben auch in Nepal. Gelegentlich wandern Herden bis nach Pakistan. In Bangladesch ist diese Antilope ausgestorben. Durch menschliche Einschleppung leben halbwilde Hirschziegenantilopen auch in Texas und Argentinien.
Nutzung: Das Fleisch von Hirschziegenantilopen wurde gern gegessen und die Tiere als Trophäen erjagt. Auch heutzutage ist neben der Habitatzerstörung die Jagd der Hauptgrund für den massiven Bestandsrückgang, der sich erst nach 1964 durch Schutzmaßnahmen zu erholen begann.
Lebensweise:Hirschziegenantilopen sind tagaktive Grasfresser, die gelegentlich auch Blätter, Kräuter und Triebe von Sträuchern zu sich nehmen. In der heißesten Jahreszeit beschränken sie ihre Aktivitäten auf die Morgen- und Abenddämmerung, ansonsten sind sie ganztags unterwegs.
Antilopenkühe bilden Herden von fünf bis fünfzig Tieren. Böcke verhalten sich zumindest für einen Teil des Jahres territorial. In dieser Zeit beanspruchen sie alle Weibchen für sich, die ihr Revier betreten, und verteidigen das Territorium energisch gegen andere Männchen. Außerhalb der Paarungszeit schließen sich Böcke den Herden der Weibchen an. Je Herde gibt es dann meistens nur ein ausgewachsenes Männchen, das dieses jungen Männchen aus der Herde vertreibt. Obwohl die Hörner potenziell schwere Verletzungen zufügen können, sind die Kämpfe meistens ritualisiert und selten blutig.