Ocis aries
Ouessantschaf
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Gattung: Schafe (Ovis)
Art: Hausschaf (Ovis aries)
Gefährdung: gefährdet
Lebensraum: Heideflächen, Grasland & in Ställen in menschlicher Obhut
Nahrung: Gräser & Kräuter
Größe: ca. 45 bis 50 cm
Gewicht: ca. 10 bis 20 kg
Lebenserwartung: 12 bis 18 Jahre
Aussehen: Ouessantschafe verfügen über einen von oben betrachtet fast rechteckigen Körperbau mit vergleichsweise langen und schlanken Beinen. Der Kopf ist zierlich und bis zur Stirn bewollt. Der kurze Schwanz ist ebenfalls wollig und endet oberhalb des Sprunggelenkes. Das Vlies ist mischwollig mit sehr dichter und feiner Unterwolle. Bei den Böcken bildet sich häufig eine „Krawatte“ aus längeren Grannenhaaren an Unterhals, Nacken und den Vorderbeinen. Die kurzen Ohren sind schwach aufgerichtet. Die Oberlinie ist gerade und das Becken groß. Weibchen sind meist hornlos bzw. tragen nur einen kleinen, nicht verknöcherten Hornansatz. Dagegen entwickeln Böcke kräftige, einmal gedrehte Hornschnecken.
Fortpflanzung: Männliche Schafe (Böcke) sind mit etwa zwölf Monaten deckfähig sind. Die Geschlechtsreife weiblicher Tiere (Aue bzw. Zibbe) tritt abhängig von der Rasse mit sieben bis 18 Monaten ein. Die Paarungszeit wird bei Schafen in der Regel durch das Kürzerwerden der Tage im Herbst ausgelöst und dauert etwa von September bis Dezember. Obwohl einige Rassen ganzjährig paarungsbereit sind, sind Brunstintensität und Befruchtungsergebnisse im Herbst deutlich höher sind als in den übrigen Jahreszeiten.
Eine Brunst dauert beim Auen etwa 24 bis 36 Stunden. Die Paarungsbereitschaft wird vom Bock. Über den Urin des Weibchens erkannt. Erfolgt in dieser Zeit keine Befruchtung, erfolgt die nächste Brunst nach etwa zwei bis drei Wochen.
Bei erfolgreicher Befruchtung werden nach einer etwa 150 Tagen andauernden Tragzeit zwischen einem und zwei (selten mehr) Jungtiere (Lämmer) geboren. Die Geburt kündigt sich unter anderem durch Unruhe, eingefallene Flanken und Milcheinschuss ins Euter an. Das Geburt erfolgt in der Regel selbstständig und ohne menschliche Hilfe. Ein gesundes Lamm steht bereits 10 bis 20 Minuten nach der Geburt auf eigenen Beinen und sucht das mütterliche Euter.
Besonderheiten: Ouessantschafe gelten als die kleinste Schafrasse der Welt. Die als Landschaftspfleger auf der gerade einmal 16 km² großen französischen Atlantik-Insel „Île d’Ouessant“ gezüchteten Tiere gelten durch das raue Klima auf den ungeschützten, kargen Weiden unempfindlich, robust und genügsam.
Als Wiederkäuer können Schafe auch karges Futter noch gut verwerten. Wie Rinder und Ziegen verfügen Schafe im Oberkiefer über eine feste Gaumenplatte anstelle der Schneidezähne. Schafe nutzen ihre bewegliche Oberlippe um Futter aufzunehmen, zwischen Gaumenplatte und unteren Schneidezähnen einzuklemmen und abzurupfen.
Wie die meisten Ziegenrassen verfügen auch Ouessantschafe an der Halsunterseite über kleine Hautfortsätze, die sogenannten "Glöckchen".
Ouessantschafe kommen in verschiedenen Farbschlägen vor. Bei einfarbigen Schafen dominieren schwarz und braun.
Herkunft & Verbreitung: Armenische Mufflons gelten als Stammform aller Hausschafe. Die Domestikation erfolgte wahrscheinlich vor allem im vorderen Orient, wenngleich man annimmt, dass der Prozess unabhängig voneinander in verschiedenen Gegenden stattfand. Von Kleinasien verbreiteten sich Hausschafe unterschiedlichen Typs nach Europa und Nordafrika. Ouessantschafe waren ursprünglich auf die Insel Île d’Ouessant vor der bretonischen Westküste beschränkt, sind heute jedoch weltweit verbreitet.
Nutzung: Schafe wurden ursprünglich zur Fleisch- und Milchgewinnung genutzt, aber auch als Opfergabe während der frühen Menschheitsgeschichte. Aus dem Talg von Schafen ließen sich Kerzen und Seife herstellen. Der Dung wurde sowohl bei der Bestellung der Felder als auch als Brennmaterial verwendet.
Mit der selektiven Zucht von Tieren mit speziellen Haarkleidveränderungen begann die Entwicklung des Wollschafes, welches zur Herstellung von Bekleidung und Stoffen herangezogen wurde. In Spanien entstanden die Merinos, die schon bald auf der ganze Welt zu finden waren und bei Ankunft der Spanier in Südamerika die dort als Wolllieferanten gehaltenen Lamas fast bis zur Ausrottung verdrängten.
Lebensweise: Schafe sind robust, genügsam und kommen auch mit karger Nahrung gut zurecht. Darüber hinaus sind sie ausgesprochen anpassungsfähig an klimatische Schwankungen, was ihre Haltung als Haustiere begünstigt. Weibliche Tiere und ihre Lämmer bilden Herdenverbände mit bis zu hundert Tieren, während Böcke einzelgängerisch leben und nur zur Paarungszeit zu den Herden stoßen. Im Gegensatz zu Wildschafen, deren Haarkleid im Frühjahr und Herbst gewechselt wird, verfügen die meisten Hausschafrassen über ein Wollvlies.
Die Ausbildung von Wolle war das Resultat erblicher Mutationen um 6000 v. Chr. und erfolgte im Anschluss an die Domestikation in der Gegend des heutigen Iran. Neben den Wollschafen existieren vor allem in heißen, trockenen Gegenden nach wie vor Haarschafrassen.