Pavo cristatus
Blauer Pfau
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Asiatische Pfauen (Pavo)
Art: Blauer Pfau (Pavo cristatus)
Gefährdung: nicht gefährdet
Lebensraum: hügeliges Dschungelgelände, bevorzugt in Wassernähe
Nahrung: alle verdaulichen Pflanzenstoffe (v.a. Samen & Früchte), Klein- und Kerbtiere (Insekten & Wirbellose) sowie kleine Schlangen
Größe: Dank ihrer Schleppe sind männliche Pfauen, vom Kopf bis zur Schwanzspitze, zwischen 180 und 230 cm lang. Weibchen erreichen eine Länge von 90 bis 100 cm.
Gewicht: 2,5 bis 6 kg
Lebenserwartung: 15 bis 25 Jahre
Aussehen: Das Markantestes Merkmal dieser Art ist die aus 100 bis 150 Schwanzdeckfedern bestehende Schleppe männlicher Tiere (Hähne). Am Ende jeder Feder sitzt ein Augenfleck. Die Federoberfläche reflektiert je nach Lichteinfall metallisch grün, bronzelila oder purpurn. Während das eigentliche nur eine relativ kurze Länge von 400 bis 500 mm aufweist, ist die Schleppe zwischen 1.400 bis 1.600 mm lang. Die "Pfauenaugen" auf den Federenden bestehen aus einem dunkelblauen Mittelfleck, eingerahmt von einem leuchtend emailleblauen, bronzebraunen, goldgrünen und bronzelilafarbenen Ring. Weibliche Tiere (Hennen) sind im Federkleid deutlich schlichter als Hähne. Der bei beiden Geschlechtern exisiterende Kopfschmuck besteht aus kastanienbraunen Federn an Krone, Scheitel, Zügel und Oberhals. Die horngraue Schnabelfarbe des Hahnes ist bei der Henne etwas dunkler. Blaue Pfauen bilden keine Unterarten.
Fortpflanzung: Während der Reproduktionsperiode lebt ein Hahn mit drei bis fünf Hennen in einem eroberten Revier. Weibchen legen pro Gelege, welches sich in einer Bodenmulde befindet, vier bis sechs cremeweiße bis isabellfarbene (manchmal auch gefleckte) Eier. Diese werden 28 - 30 Tage im Dickicht bebrütet. Die Küken sind Nestflüchter und werden von den Hennen oft mit anderen Pfauenglucken zusammengeführt. Pfauenhennen sind gute Mütter, die ihre Jungen bis zum nächsten Gelege im kommenden Jahr führen. Schon nach wenigen Wochen lassen sich die Geschlechter unterscheiden.
Das Balzritual des Pfauhahnes ist in seiner Form einzigartig in der Vogelwelt und beinhaltet nicht nur das aufgerichtete Federrad mit beeindruckenden Schillerfarben, sondern auch eindrucksvolle Bewegungen, die durch rasselnde Geräusche und das laute "Miiaau" vor der Paarung verstärkt werden.
Besonderheiten: Die Schleppe des Pfauenhahns besteht aus vielen stark verlängerten Oberschwanzdeckfedern, die zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden können. Die plastisch leuchtende Federzeichnung von großen, blau irisierenden „Augen“ dient der Abschreckung von Fressfeinden, die diese als Augen von großen Säugetieren interpretieren sollen. Wenn dies nicht genügt, um einen Angreifer in die Flucht zu schlagen, versetzt der Hahn die gefächerten Schwanzfedern in eine laut rasselnde Bewegung.
Blaue Pfaue haben einen stark entwickelten Geruchs- und Gehörsinn, sind sehr wachsam und warnen mit lauten, durchdringenden Schreien auch andere Tiere frühzeitig vor Gefahren.
Herkunft & Verbreitung: Der Lebensraum des Blauen Pfaues erstreckt sich über ganz Vorderindien. Dort ist der Indus die Westgrenze und das Himalaja-Gebiet die Nordgrenze seines Vorkommens. Er geht bis in 800 m Höhe und bewohnt vorzugsweise laubabwerfende Wälder mit dichtem Dornengestrüpp. Auf Sri Lanka bieten ihm auch trockene Küstengebiete gute Lebensbedingungen. In manchen Gebieten Pakistans und auf den Andamanen ist der Pfau eingebürgert und lebt dort meistens in halbwildem Zustand. In den Biotopen muss unbedingt Wasser vorhanden sein. Aufgrund ihres auffälligen Aussehens gelten die Männchen als die ältesten Ziervögel seit der Antike. Seine Kulturgeschichte beginnt bereits vor 3.000 Jahren. Die Vögel sind standorttreu und werden deshalb auch heute noch weltweit als Haustiere gehalten. Sie gelten als die "Könige" unter dem Ziergeflügel und begeistern in großen Parks, in zoologischen Gärten und Zuchtanlagen.
Nutzung: Blaue Pfauen sind in der Nähe von Siedlungen ihres Heimatgebietes sehr beliebt, da sie hier unter anderem junge Kobras verspeisen. Bereits vor 4.000 Jahren wurden sie im Mittelmeergebiet als Ziervögel gehalten.
Lebensweise: In der Natur bilden die Vögel nach Geschlechtern getrennt kleine Gruppen und leben nach einem geregelten Tagesablauf. In diesem gehen die Tiere auf Nahrungssuche, baden im Sand und übernachten auf hohen Bäumen. Durch Alarmrufe warnen sie bei Gefahr ihre Artgenossen und sind in ihrem Wesen ausgesprochen scheu und misstrauisch. Trotz ihrer Größe können Pfaue mit gespreizten Schwanzfedern sehr gut fliegen.