ANFAHRT
Schwetzinger Str. 99,
69190 Walldorf

TELEFON
06227/35-4301

Eintritt frei

Mustela lutreola
Europäischer Nerz

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Marder (Mustelidae)
Gattung: Mustela (Mustela)
Art: Europäischer Nerz (Mustela lutreola)
Gefährdung: vom Aussterben bedroht
Lebensraum: mit dichter Vegetation bestandene Gebiete an Flüssen & Seen
Nahrung: diverse Nagetiere, Frösche, Vögel, Fische & Krebse
Größe: ca. 28 bis 43 cm
Gewicht: ca. 400 bis 740 g
Lebenserwartung: 7 bis 10 Jahre

Aussehen: Europäische Nerze verfügen über einen langgestreckten Körper. Gliedmaßen und Schwanz sind relativ kurz. Die Fellfärbung variiert von rotbraun über dunkelbraun bis schwärzlich. Die Unterseite ist heller. Der Bereich des Kinns und der Oberlippe ist weiß gefärbt. Einige Individuen weisen einen weißen Kehl- und Brustfleck auf. Das Fell ist dicht und wasserabweisend.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit liegt zwischen Februar und März. Nach einer durchschnittlichen Tragzeit von etwa 35 bis 72 Tagen bringen weibliche Tiere (Fähen) im April oder Mai den zwei bis sieben Jungtiere zur Welt. Diese werden mit etwa zehn Wochen entwöhnt und sind mit etwa zweieinhalb bis vier Monaten selbständig. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa einem Jahr ein.

Besonderheiten: Die zu den am stärksten bedrohten Säugetieren Europas gehörenden Nerze sind in ihrem Lebensraum stark ans Wasser gebunden. In ihrer Habitatswahl bilden sie unter den Mardern das Bindeglied zwischen den fast ausschließlich im Wasser lebenden Fischotter und den terrestrischen Mardern (z.B. Baum- und Steinmarder). Europäische Nerze entfernen sich selten mehr als 100 Meter von ihrem Heimatgewässer.

Herkunft & Verbreitung: Europäische Nerze waren ursprünglich in ganz Europa beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckte sich vom nördlichen Spanien bis ins westliche Sibirien und die Kaukasus-Region. Durch Bejagung, Lebensraumzerstörung und Konkurrenz durch den Amerikanischen Nerz, ist die Art aber in weiten Teilen dieser Verbreitung ausgestorben. Heute existieren nur noch wenige, vornehmlich osteuropäische Reliktpopulationen. 

Nutzung: Europäische Nerze werden nicht kommerziell genutzt. Ihre Haltung beschränkt sich größtenteils auf zoologische Einrichtungen.

Lebensweise: Europäische Nerze sind Einzelgänger und leben streng territorial. Sie bewohnen ein etwa 26 bis 32 Hektar großes Revier. Sie sind in erster Linie dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in der Regel in selbst gegrabene oder von anderen Tieren übernommene Baue zurück. Manchmal verbergen sie sich auch in Felsspalten oder im Wurzelwerk von Bäume. Europäische Nerze können gut schwimmen und tauchen und begeben sich vornehmlich im Wasser auf Nahrungssuche.